"Semmering 1912" by Peter Altenberg

(27 User reviews)   9802
By Betty Young Posted on Dec 25, 2025
In Category - Digital Minimalism
Altenberg, Peter, 1859-1919 Altenberg, Peter, 1859-1919
German
If you ever wanted to time-travel to a fancy hotel in 1912, this is your ticket. Peter Altenberg's 'Semmering 1912' isn't a big, dramatic novel. It's a collection of tiny, brilliant snapshots. He captures the guests at a grand Austrian resort—their small talk, their hidden worries, their quiet moments of loneliness or joy. It feels less like reading a story and more like eavesdropping on a whole world that's about to vanish. The real mystery isn't a crime; it's the feeling hanging in the air. You know World War I is just two years away. Reading this, you can't help but wonder: do any of these people relaxing in the sun have any idea what's coming?
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ich das wieder auf dem „Falzarego-Passe“, „Tre Croce“, „Pordoijoch-Paß“. Weißgraue Felstrümmer, schwarze triefende Erde, Zirbelkieferwälder bis an die Hotels herankriechend. Von Felsen träufelt, rieselt es, Nebelfetzen überall. Nichts will gedeihen als die _Edel-Einsamkeit_. Vor dem Pordoijoch-Hotel grauschwarze Wälder von dichtem Erlengebüsch, dem der Bergsturm nichts antut. Es braust nur und erschauert. Daß hier nichts mehr gedeiht, ist die _Düster-Romantik_ der Bergeswelt. Keine Farbe einer Blume, kein Schrei eines Vogels, kein Schmetterling, kein Käfer. Diese _tönende Eintönigkeit_! Eine schrieb ins Fremdenbuch ein: „Ohne Jemanden nicht leben können und wollen, selbst wenn man es vorher bestimmt geglaubt hatte, es sei unmöglich, — — — _hier vergißt man darauf_!“ BOZEN Auf dem Hauptplatze in Bozen steht das Walther von der Vogelweide-Denkmal aus Sandstein. Er hat die Stellung des Wolfram von Eschenbach, bevor er das Lied singt an die selbstlos Geliebte. Das ist sehr gut. Denn auch Vogelweide war so Einer. Er besaß die Kraft, zu singen und zu weinen! Nun setzten sich gerade auf seine Kappe zwei Tauben, und pflogen emsig der Liebe! Vogelweide hielt ganz still dabei, in seine Träumereien versunken von Liebesleid, gönnte den Tauben ihr billiges, leicht erreichbares Vergnügen. GARTENGEDANKEN Ich habe nichts hinzugelernt durch das ausgezeichnete Buch „Gartengestaltung der Neuzeit“, und dennoch habe ich das Höchste profitiert — die Festigung meiner Intuitionen! Gärten wirkten seit jeher auf mich wie die Natur selbst; so eine eingefangene und dennoch freigelassene Natur, ein Extrakt derselben! Unser Wiener Rathauspark ist mir ein Muster, nur fehlt ihm die romantische Verwendung von Wasser in Form von unregelmäßigen Bassins und Wiesenbächlein samt Wasser- und Sumpfpflanzen! Ich schrieb schon vor 15 Jahren eine Skizze: „Der Farbengarten“. Zum Beispiel Graufichte, Picea pungens glauca, graue Bodenbedeckungspflanzen, grauer Steinbrunnen und Rosen, Rosen, Rosen. Irgendwo an einem Baumast ein silberner großer Käfig mit einem grauen Papagei, Lori! Zwei-Farben-Gärten! Nun einige Anregungen: weite Rasenflächen sind still-aristokratisch, werden aber durch alte, knorrige, spärlich unregelmäßig hingesetzte Obstbäume sofort bewegt-romantisch! Es dürfte nie heißen: ein Garten, sondern immer nur: sein Garten. Goethe hat einen andern Garten als Victor Hugo. Wasserpflanzen und Steinpflanzen erfordern Bassins und Mauern. Diese können aber nicht diskret bescheiden genug sein. Der Kurpark in Baden bei Wien entspringt gleichsam einer dunklen, echten Waldquelle, die die Wiesenabhänge herabstürzt, sich zerteilend und winzige Tümpel bildend. Hier ist die Natur am allerdiskretesten organisiert! Ein enragierter Feind jedoch bin ich seit jeher der Teppichbeete, die mir wie als Smyrnateppiche mißbrauchte Blumenpracht erscheinen. Man überlasse diese stilisierten Farbensymphonien den Webern und Knüpfern. Ich bin gegen die Riesenlineale, Riesenzirkel, gespannten Stricke der Gartenkunst! Rhabarber erscheint im Gemüsegarten als Nutzpflanze, an Teichen jedoch als Wildstaude, pittoresk. Jeder Platz eine andere Welt! Waldrebe, Klematis, ist, an alten Bäumen, unsre „Liane des Urwalds“. Der Boden ist so reich, daß er auch noch die Schmarotzer in Üppigkeit erhalten kann. Immergrün als Bodenbedeckung ist ein natürlicher Rasen. Rasen braucht doch Schneiden, Spritzen, Walzen und Düngen. Rasen will „gepflegt, gehegt“ werden. Immergrün ist einfach immer grün. Es läßt den Wurzeln aller andern Pflanzen das Regenwasser, das Gießwasser, das Tauwasser, das Schneewasser, während der Rasen sich vollsauft und andre verdursten läßt! Selbst im Winter gibt Sedum spurium noch einen lebendigen bräunlichgrünen Bodenüberzug, während unser Rasen dann nur „Winterlieder zum Cello“ in der Seele hervorbringt. Sedum spurium wirkt körperlicher, plastischer, naturgemäßer, dichter, verworrener als Rasen, der mir stets den Eindruck von geschnittenem Samt und Plüsch hinterläßt. Ich bin sehr für Trockenmauerwerk mit schmiedeeisernen Geländern und dicht bepflanzt mit Kapuzinerkresse. Wie wenn die überstarke Natur auch da noch Stein und Eisen schmücken möchte mit Grün und Dunkelgelb. Zur Schlingpflanze gehört ihre _Stütze_. Man _soll_ sie sehen, sie ist ein naturgemäßer Schmuck. Ihr Holzgitterwerk kann daher sogar aus...

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Peter Altenberg was famous for his 'telegram-style' prose—short, sharp observations that capture a whole scene in a few lines. Semmering 1912 is a perfect example. The book is a series of vignettes set in and around the grand Hotel Panhans on the Semmering mountain pass.

The Story

There isn't a single plot. Instead, Altenberg acts like the most interesting person at the hotel, pointing out characters to you. You meet the elegant lady pretending to read a novel, the businessman anxiously waiting for a telegram, children playing under the watchful eyes of nannies, and couples having conversations where what's not said is most important. It's a portrait of a society in its final, peaceful summer, preoccupied with gossip, fashion, and leisure.

Why You Should Read It

This book is a mood. Altenberg has a photographer's eye for detail and a psychologist's understanding of human nature. He finds profound moments in the everyday—a glance, a sigh, a dropped glove. Reading it feels intimate, like you're peeking into private diaries. The magic is in how these small pieces build into a powerful, bittersweet whole. You see the beauty of that lost world, but also its fragility and quiet anxieties.

Final Verdict

Perfect for readers who love character studies and historical atmosphere over fast-paced action. If you enjoy writers like Stefan Zweig or the feeling of an old, candid photograph, you'll love this. It's a short, haunting, and beautifully written glimpse into the last days of an era, all observed from a deck chair in the Austrian Alps.



⚖️ Open Access

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Logan Brown
1 year ago

Fast paced, good book.

Betty Torres
1 year ago

I was skeptical at first, but it creates a vivid world that you simply do not want to leave. This story will stay with me.

Dorothy Perez
1 year ago

Enjoyed every page.

Deborah Anderson
1 year ago

Amazing book.

Michelle Ramirez
8 months ago

I came across this while browsing and it provides a comprehensive overview perfect for everyone. Highly recommended.

4.5
4.5 out of 5 (27 User reviews )

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