L'Illustration, No. 3272, 11 Novembre 1905 by Various

(20 User reviews)   7559
By Betty Young Posted on Dec 25, 2025
In Category - Digital Minimalism
Various Various
French
Hey, have you ever wondered what it was like to live through a week in 1905? Not from a history book, but from the actual news, gossip, and pictures people saw? I just spent time with a single issue of 'L'Illustration,' a famous French weekly magazine from November 1905. It's not a novel with one plot, but a snapshot of a world on the cusp of change. One minute you're looking at the latest Parisian fashions, the next you're reading about political tensions in Morocco that would ripple into the future. It’s like holding a time capsule. If you're curious about the texture of everyday life over a century ago—the serious, the silly, and the strangely familiar—this is a fascinating, direct line to the past.
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Pfeiler an Silbers Hotel versteckt die Ankommende beobachten wollte. In diesen Vorbereitungen stöberte mich ein wunderliches Lebewesen auf, indem es mir einen riesengroßen, roten Regenschirm reichte, wie ihn die Bauern an Markttagen über sich spannen. Dazu schrie es mich an: »Was lungerst und kuckst du? Siehst du nicht, daß es regnet? Spann’ mir den Schirm auf, nimm mir einen Teil Sachen ab, und dann zeig’ mir das schöne, alte Erfurt.« Ihre durchdringenden, grauen Augen sahen mich so stolz und heischend an, daß ich, in altväterischem Gehorsam erzogen, keinen Widerspruch wagte, sondern das Schirmungetüm öffnete. – Darauf hing sie noch an meinen linken Arm ein Marktnetz, das mit einem Zeitungspapier ausgelegt war: »Nachrichten aus der Grafschaft Bentheim.« Bepackt war es mit Haar- und Kleiderbürsten, mit Kämmen, Zahnbürste, Seife und Schwämmen bis oben hin. Sie selbst trug eine große, mit roter Wolle gestickte Reisetasche, die den preußischen Adler in schwarzweißen Perlen zeigte. Auf der Rückseite war in gelber Seide riesengroß »~Bon voyage~« gestickt. So zogen wir durch Erfurt und hatten ein großes Gefolge hinter uns von Schuljugend und kopfschüttelnden und lachenden Müßiggängern. Ich kam aber gar nicht zum »Schenie«, wie der Erfurter sagt, denn meine Unbekannte erzählte so herrliche Geschichten von jedem alten Hause, von jeder lutherischen oder katholischen Kirche, daß ich ganz glückselig zuhörte und schließlich meinte, sie müsse ja wohl in Erfurt geboren sein, was denn auch der Wahrheit entsprach. »Vor 200 Jahren«, rief sie pfiffig. Und dann standen wir schließlich vor dem alten Kloster, darinnen mein Vater seine Amtswohnung hatte, und die alte Dame meinte, just dahinein wolle sie, und es schiene ihr beinahe, als sei ich ihr Patenkind Brigitte-Jesuliebe Lage. – Oben fanden wir Vater und Mutter und die alte Köchin recht mißmutig vor, da die Großtante nicht angekommen sei. [Illustration] »Lieber Herr Vetter, ich fahre nicht gern im Wagen rasch nach Hause, sondern mache in jeder Stadt gern einen kleinen Umweg zu Fuß«, bedeutete ihm damals der unverhoffte Gast. Der »kleine« Umweg hatte zwei und eine halbe Stunde gedauert, und ich hatte den Krampf in beiden Armen. Aber lustig war’s gewesen, und die alte Marie kochte frischen Kaffee, und die Thüringer »Kräpfel, Wuchteln und Maulschellen«, das Erfurter Eigengebäck, bildeten gleich das Abendbrot. Großtante Lage aß 15 Stück davon, nahm immer nach je dreien einen Löffel Bullrichsalz und ging dann gleich hochbefriedigt zu Bett. – Der rote Regenschirm von der Großtante ist schuld, daß ich Erbin des grauen Alltags bin. Mit dem roten Regenschirm hat sie alljährlich der Reihe nach ihre Neffen und Nichten erprobt, die weit näher als wir mit ihr verwandt waren. In Bayern, in Schlesien, in Pommern, in Württemberg und in Holland war sie, aber überall hatte sich die Jugend geweigert, mit ihr und dem Schirm durch die Straßen zu ziehen. Viel Grobheit und Verlachen und eitel schnippische Antworten sind ihr zuteil geworden; weiß nicht, welch guter Engel gerade damals über mir wildem, unbotmäßigem Ding gewacht hat, daß ich meine spottlustige Zunge im Zaume hielt. – So wurde es für mich wahrhaft eine »~bon voyage~«. Herzlieber, guter, alter Regenschirm, hab’ Dank! Du ließest mich einen Menschen finden und gabst mir eine Heimat! 2. Heute erhielt ich einen Brief von einem der übergangenen Erben. Er lebt in Holland in überreichen Verhältnissen und scheint glücklich zu sein, den grauen Alltag nicht geerbt zu haben. Er redet mich »Verehrte Regenschirmbase!« an, ist also auf dem laufenden. – Von Herzen wünscht er mir Glück zu der Erbschaft, teilt mir mit, daß er nur noch von zwei _alten_ Lages wüßte, einem Spitalweibchen Fernande Lage, die bei Minden wohne, und einem Matthias Lage aus Paderborn, beide in kümmerlichen Verhältnissen. Er, der...

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Forget a traditional story. This is a portal. 'L'Illustration, No. 3272' is a single weekly issue from a major French news magazine, published on November 11, 1905. Opening it is like stepping into a bustling Parisian café on that specific day. There’s no single narrative, but a dozen small ones unfolding across its pages.

The Story

There isn't one plot, but a collage of moments. You'll find detailed reports on the Franco-German negotiations over Morocco, a geopolitical crisis that had Europe on edge. There are society pages covering the latest plays and operas. You’ll see photographs and illustrations of new inventions, fashion trends for the season, and even cartoons poking fun at current events. It’s the complete diet of information and entertainment for a middle-class reader in 1905, all bound together.

Why You Should Read It

What grabbed me was the jarring mix of the profound and the mundane. A page about international diplomacy sits next to an ad for cocoa. It makes history feel immediate and human, not just a list of dates. You see what people were worried about, what made them laugh, and what they considered normal. The detailed engravings and early photographs are themselves works of art that tell a story about how people saw their world.

Final Verdict

This is perfect for history lovers who want to move beyond textbooks, or for anyone with a curiosity about daily life in another era. It’s not a page-turner in the classic sense, but a slow, immersive experience. Think of it as the most detailed, primary-source history documentary you could ever find, but in magazine form. If you enjoy getting lost in archives or old newspapers, you’ll love this unique glimpse into the mind of 1905.



📢 No Rights Reserved

This publication is available for unrestricted use. You do not need permission to reproduce this work.

Edward Ramirez
1 year ago

Wow.

Andrew Martinez
1 year ago

A bit long but worth it.

Deborah Nguyen
2 years ago

Used this for my thesis, incredibly useful.

Charles Martinez
11 months ago

Not bad at all.

Kimberly Rodriguez
2 years ago

Amazing book.

4.5
4.5 out of 5 (20 User reviews )

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