Kornelius Vanderwelts Gefährtin : Roman by Rudolf Herzog

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By Betty Young Posted on Dec 25, 2025
In Category - Tech Balance
Herzog, Rudolf, 1869-1943 Herzog, Rudolf, 1869-1943
German
Okay, you need to read this one. It’s called 'Kornelius Vanderwelts Gefährtin' and it’s this fascinating, slightly unsettling German novel from the early 1900s. It follows Kornelius, a wealthy, rigid industrialist whose life is all about order and control. Then he meets this woman—his 'Gefährtin' or companion—who completely upends his world. The real mystery isn't just who she is, but what she represents. Is she a force for liberation or chaos? The book pulls you into this tense, psychological dance between two people who couldn't be more different. It’s a slow burn that makes you think about the price of freedom and the walls we build around ourselves.
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Wagen in weiter Ferne wie eine winzige Staubwolke sichtbar wurde. Die Hände hielten das im Winde flatternde Mäntelchen in den Taschen am Körper fest. Der kleine Handkoffer ruhte wohlbehütet vor dem Straßenschmutz auf den Stiefelspitzen. Das Mädchen stand mit einem gesammelten Ausdruck des Gesichtes und sah dem Wölkchen entgegen. Die schmale Gestalt hielt sich, als wäre es so und nicht anders selbstverständlich, aufrecht in den Schultern. Aber die kräftig betonte Linie dieser Mädchenschultern und die kleinen, festen Bogen der Brüste, die der hastige Flußwind in das Gewand kerbte, zeigten wohl, daß die Schmalheit der Gestalt eher einer Herbheit der Erdentage als einer Mißgunst des Schöpfungstages zuzuschreiben sei. Die Augen, von dem hellen Grau durchtränkt, das dem dämmernden Tageslicht gleicht, schlossen sich zu einem schmalen Spalt, sammelten blitzschnell ihr Licht und ließen es frei. Der Ausdruck des Gesichtes änderte sich keine Sekunde. Nicht verschlossen, unaufgeschlossen erschienen die merkwürdig ruhigen Züge, von einem Mädchentum zusammengehalten, das, sich selber unbewußt, nach Art scheuer Tiere eine Schutzfarbe sucht. Es war, als ob nur die Augen atmeten, der Körper sprungbereit gehalten würde. Das Flußbett der Ruhr zur Linken, herbstroten Buschwald zur Rechten, kam Kornelius Vanderwelts Wagen näher und näher. Der Fahrer, wohl auf Geheiß des Herrn, schlug ein langsameres Zeitmaß an, und Kornelius Vanderwelt saß mit bloßem Kopfe am heruntergesenkten Fenster, ließ den Wirbelwind in seinem Haar wühlen und trank mit den Augen die weltabgewandte Flußlandschaft in sich hinein. Keine andere Erfrischung war ihm lieber zwischen den lauten Stunden der Schifferbörse und der nachmittäglichen Kontorzeit. Kornelius Vanderwelt lachte lautlos vor sich hin, als er diesem Gedanken Raum gab. Sein Gesicht bräunte sich. Fast hätte er als ehrlicher Mann die heißen Zecherstunden der Nächte vergessen. »He, Wilm! Was ist los?« Das Mädchen auf der Landstraße hatte den Arm gehoben. Das freigewordene Mäntelchen flatterte wie schlagende Flügel hoch in der Luft, und der Wind preßte das Kleid fest zwischen die überschlanken Knie. »Bitte!« rief das Mädchen dem Fahrer zu, ohne sich um den Herrn zu kümmern. »Was will sie denn, Wilm?« »Ob das hier richtig wär, nach Ruhrort!« Kornelius Vanderwelt beugte sich ein wenig vor. Seine breiten Schultern füllten das Fenster. Er sagte nichts, aber seine Augen schossen ein lustiges Licht auf das gestraffte Menschlein, das ihm der Kuppler Wind in allen Linien preisgab. »Geht hier der Weg nach Ruhrort?« rief die Stimme des Mädchens den Fahrer noch einmal an. »Mein gnädiges Fräulein,« erwiderte Kornelius Vanderwelt, »der Fahrer ist stumm und auch taub, wenn er den Herrn fährt. Wie es sich gehört. Sie müssen also schon mit mir fürlieb nehmen.« Das Mädchen wandte den Kopf und sah den Herrn an. Es sah in den hellgefärbten Mannesaugen den Spott und mit dem unbeirrbaren Tastgefühl, das unerweckter Jugend gleich den Schlafwandlern zu eigen ist, daß der Spott nur ein Übermut sei. »Geht hier der Weg nach Ruhrort?« rief die Mädchenstimme zum dritten Male, und keine Schwingung in ihr war anders als zuvor. »Gewiß, mein stolzes Fräulein. Seit den Tagen der alten Römer geht hier der Weg.« »Wie weit noch --?« fragte sie zurück. »Wenn Sie die Fußwanderung vorziehen: zwei Stunden. Mit dem Wagen: knapp eine halbe.« »Danke!« klang es durch den Wind. Und als sie sich bückte, um die Handtasche von den Stiefelspitzen aufzunehmen, sprang der Wind wie ein meckernder Kobold sie im Wirbel an, von links und von rechts, von vorne und im Rücken, wie sie sich auch wenden mochte, um den Mantel zu haschen, um das aufflatternde Kleid über die Knie niederzuschlagen. Über der geraden, schmalrückigen Nase grub sich eine Furche steil in die breitgelagerte Stirn. In den grauen Augen saßen, tief auf dem Grunde, heiße Lichter....

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Published in 1907, Rudolf Herzog's novel is a captivating snapshot of Germany's industrial age, wrapped in a very personal story of clashing worlds.

The Story

The novel centers on Kornelius Vanderwelt, a successful but deeply conservative factory owner. His life is a monument to discipline, tradition, and social status. Everything changes when he becomes involved with a woman who is his polar opposite—free-spirited, modern, and challenging all his firmly held beliefs. She becomes his 'Gefährtin' (companion or consort), not through a conventional marriage, but in a relationship that defies the norms of their time. The plot follows the intense friction between his need for control and her demand for a different kind of life, exploring whether either can truly bend without breaking.

Why You Should Read It

What grabbed me was how current this feels. It’s not just a period piece. Herzog writes Kornelius with such detail that you understand his fear, even if you don't agree with him. The unnamed companion is a brilliant, frustrating, and compelling force. You're constantly debating with yourself: is she the hero or an agent of destruction? The tension isn't in big action scenes, but in conversations, glances, and the quiet rebellion of choosing a different path. It’s a powerful look at how societal change starts in individual hearts and homes.

Final Verdict

This is perfect for readers who love character-driven historical fiction that focuses on social change. If you enjoy stories about personal transformation, the clash between old and new, or nuanced portraits of difficult relationships, you'll find a lot here. Be ready for a thoughtful, psychological pace rather than a swashbuckling adventure. It’s a hidden gem that offers a surprisingly resonant look at the struggle for personal freedom.



📚 Public Domain Notice

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Jennifer Taylor
1 year ago

I started reading out of curiosity and the pacing is just right, keeping you engaged. Definitely a 5-star read.

5
5 out of 5 (16 User reviews )

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