J. W. v. Goethe's Biographie by Heinrich Döring

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By Betty Young Posted on Dec 25, 2025
In Category - Attention Control
Döring, Heinrich, 1789-1862 Döring, Heinrich, 1789-1862
German
Hey, if you think you know Goethe—Germany's literary rockstar—think again. Heinrich Döring's 19th-century biography isn't just a list of dates and famous works. It's an attempt to capture the man behind the myth, written while people who actually knew Goethe were still alive. The real hook? Döring had to walk a tightrope. He wanted to show Goethe's genius and his very human flaws, all while writing for an audience that practically worshipped the guy. It’s a portrait painted by someone standing in the giant’s shadow, trying to be honest without causing a scandal. Want to see how a legend was built, brick by brick, in real time? This is your backstage pass.
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Pfeiler an Silbers Hotel versteckt die Ankommende beobachten wollte. In diesen Vorbereitungen stöberte mich ein wunderliches Lebewesen auf, indem es mir einen riesengroßen, roten Regenschirm reichte, wie ihn die Bauern an Markttagen über sich spannen. Dazu schrie es mich an: »Was lungerst und kuckst du? Siehst du nicht, daß es regnet? Spann’ mir den Schirm auf, nimm mir einen Teil Sachen ab, und dann zeig’ mir das schöne, alte Erfurt.« Ihre durchdringenden, grauen Augen sahen mich so stolz und heischend an, daß ich, in altväterischem Gehorsam erzogen, keinen Widerspruch wagte, sondern das Schirmungetüm öffnete. – Darauf hing sie noch an meinen linken Arm ein Marktnetz, das mit einem Zeitungspapier ausgelegt war: »Nachrichten aus der Grafschaft Bentheim.« Bepackt war es mit Haar- und Kleiderbürsten, mit Kämmen, Zahnbürste, Seife und Schwämmen bis oben hin. Sie selbst trug eine große, mit roter Wolle gestickte Reisetasche, die den preußischen Adler in schwarzweißen Perlen zeigte. Auf der Rückseite war in gelber Seide riesengroß »~Bon voyage~« gestickt. So zogen wir durch Erfurt und hatten ein großes Gefolge hinter uns von Schuljugend und kopfschüttelnden und lachenden Müßiggängern. Ich kam aber gar nicht zum »Schenie«, wie der Erfurter sagt, denn meine Unbekannte erzählte so herrliche Geschichten von jedem alten Hause, von jeder lutherischen oder katholischen Kirche, daß ich ganz glückselig zuhörte und schließlich meinte, sie müsse ja wohl in Erfurt geboren sein, was denn auch der Wahrheit entsprach. »Vor 200 Jahren«, rief sie pfiffig. Und dann standen wir schließlich vor dem alten Kloster, darinnen mein Vater seine Amtswohnung hatte, und die alte Dame meinte, just dahinein wolle sie, und es schiene ihr beinahe, als sei ich ihr Patenkind Brigitte-Jesuliebe Lage. – Oben fanden wir Vater und Mutter und die alte Köchin recht mißmutig vor, da die Großtante nicht angekommen sei. [Illustration] »Lieber Herr Vetter, ich fahre nicht gern im Wagen rasch nach Hause, sondern mache in jeder Stadt gern einen kleinen Umweg zu Fuß«, bedeutete ihm damals der unverhoffte Gast. Der »kleine« Umweg hatte zwei und eine halbe Stunde gedauert, und ich hatte den Krampf in beiden Armen. Aber lustig war’s gewesen, und die alte Marie kochte frischen Kaffee, und die Thüringer »Kräpfel, Wuchteln und Maulschellen«, das Erfurter Eigengebäck, bildeten gleich das Abendbrot. Großtante Lage aß 15 Stück davon, nahm immer nach je dreien einen Löffel Bullrichsalz und ging dann gleich hochbefriedigt zu Bett. – Der rote Regenschirm von der Großtante ist schuld, daß ich Erbin des grauen Alltags bin. Mit dem roten Regenschirm hat sie alljährlich der Reihe nach ihre Neffen und Nichten erprobt, die weit näher als wir mit ihr verwandt waren. In Bayern, in Schlesien, in Pommern, in Württemberg und in Holland war sie, aber überall hatte sich die Jugend geweigert, mit ihr und dem Schirm durch die Straßen zu ziehen. Viel Grobheit und Verlachen und eitel schnippische Antworten sind ihr zuteil geworden; weiß nicht, welch guter Engel gerade damals über mir wildem, unbotmäßigem Ding gewacht hat, daß ich meine spottlustige Zunge im Zaume hielt. – So wurde es für mich wahrhaft eine »~bon voyage~«. Herzlieber, guter, alter Regenschirm, hab’ Dank! Du ließest mich einen Menschen finden und gabst mir eine Heimat! 2. Heute erhielt ich einen Brief von einem der übergangenen Erben. Er lebt in Holland in überreichen Verhältnissen und scheint glücklich zu sein, den grauen Alltag nicht geerbt zu haben. Er redet mich »Verehrte Regenschirmbase!« an, ist also auf dem laufenden. – Von Herzen wünscht er mir Glück zu der Erbschaft, teilt mir mit, daß er nur noch von zwei _alten_ Lages wüßte, einem Spitalweibchen Fernande Lage, die bei Minden wohne, und einem Matthias Lage aus Paderborn, beide in kümmerlichen Verhältnissen. Er, der...

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Heinrich Döring’s biography of Johann Wolfgang von Goethe isn’t a novel, but it follows a fascinating real-life arc. It tracks Goethe’s journey from a passionate, rule-breaking young writer in Weimar to becoming Germany’s most celebrated literary figure. Döring lays out his famous works, his influential friendships, and his roles as a scientist and statesman. But he also doesn’t shy away from the personal struggles—the heartbreaks, the periods of doubt, and the complex personality that both attracted and confounded people.

Why You Should Read It

This book feels like a conversation with a knowledgeable, slightly cautious friend from the 1800s. You get the sense Döring is in awe of Goethe, but he’s also trying to piece together a real person from the stories and fame. Reading it today, you’re seeing how a cultural icon was understood by the generation that immediately followed him. It’s less about cold facts and more about early interpretation—the first draft of Goethe’s legacy. You see what people back then thought was important to remember (and what maybe wasn't talked about as loudly).

Final Verdict

This is a must for Goethe superfans and literary history nerds who want a primary source perspective. It’s also great for anyone curious about how biographies were written before modern psychology, when the subject’s towering reputation was a fresh, living thing. If you prefer fast-paced, critical modern bios, this might feel a bit formal. But if you want to time-travel and meet Goethe through the eyes of his own century, Döring’s biography is a unique and foundational read.



📚 Legal Disclaimer

This historical work is free of copyright protections. Access is open to everyone around the world.

Ava Anderson
1 year ago

Having read this twice, it creates a vivid world that you simply do not want to leave. Truly inspiring.

Christopher Davis
5 months ago

Five stars!

Jackson Lee
8 months ago

Enjoyed every page.

Deborah Perez
6 months ago

Solid story.

David Thompson
1 year ago

Finally found time to read this!

4.5
4.5 out of 5 (20 User reviews )

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