Der Spiegel: Anekdoten zeitgenössischer deutscher Erzähler by Karl Lerbs

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By Betty Young Posted on Jan 5, 2026
In Category - Online Safety
German
Ever wonder what stories hide behind the headlines? This isn't your typical history book. It's a collection of short, sharp tales from German storytellers, all connected by the famous 'Der Spiegel' magazine. Think of it as a secret backstage pass to post-war Germany, where journalists and writers share the funny, strange, and sometimes shocking moments that never made it to print. It's less about dates and politics, and more about the human side of a nation rebuilding itself. If you're curious about the real people and odd events that shaped modern Germany, this quirky collection is a fantastic, eye-opening read.
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Eine gute Geschichte; Pointe und Moral darin, Treuherzigkeit und Humor. Als Knabe las ich sie im Lesebuch; sie hat mir so gefallen, daß ich sie nie vergaß. Und später, als ich auf Reisen ging, in fremde Städte kam, ging sie mir erst recht auf. In ihrem Reiz war eine Aufforderung, wie jener junge Deutsche über vier, fünf Eindrücke aufs Geratewohl Eingeborene um Auskunft anzugehen und ein unbekanntes Wort zu erhalten, das ein Band schlang, wo keines war und einen Sinn, wo Sinn fehlte. Sehr jung, in Weltlichkeit nicht eingeweiht, stieg ich am Ostbahnhof in Paris ab und begann sofort kreuz und quer herumzustreifen. Da stieß ich auf ein Wort, das sich immer, immer wiederholte: Dubonnet. Zuerst bemerkte ich es in der Metrobahn, alle hundert Meter an den Wänden des Tunnels. Ich setzte mich auf Bänke in den Parks. Dubonnet stand auf der Lehne wie bei uns im Lande der Ordnung »Nur für Erwachsene«. Wo Löcher in den Häuserzeilen häßlich gleich Lücken in den Zähnen eines Menschen klafften, prangte blau das Wort Dubonnet, auf den Firsten der Dächer flammte es nächtlich auf, in den Zeitungen füllte es halbe Seiten, umrahmt von leerem Weiß: Dubonnet, sonst kein Wort. Dubonnet wiederholte ich, und als ich es fünfzigmal nachgesprochen hatte, wurde es wie ein mystischer Ruf, Symbol des Geheimnisvollen in der Wirklichkeit. Die Griechen hatten dem unbekannten Gott einen Tempel gebaut, war es nicht denkbar, daß in der Großstadt ein Wort der Gesinnung, Mahnung und fernen Weite metaphysisch rief? Auf einer Kaffeehausterrasse erfuhr ich die Lösung des Rätselworts; es bestellte einer einen -- Dubonnet. Zuerst war ich enttäuscht, dann lachte ich, so fröhlich, daß man sich nach mir umsah. Lehre war es, daß es in der Großstadt keine Mystik gibt -- wie, warum denn nicht? Nun _wollte_ ich sie, und wenn es mir gefiel, Dubonnet einen Klang wie dem erhabenen Feldgeschrei einer Religion zu geben, wer konnte mich daran hindern? »~Dieu le veut~« riefen die Kreuzritter, warum ich nicht Dubonnet? So wurde mir Dubonnet, was jenem Jüngling Kannitverstan gewesen war, Laut des Tiefsinns, Gleichnis, Wort der eignen Souveränität, die ihren Willen setzt. Gruß, Vater Hebel, dir. Zum Eingang Der Versuch, die im deutschsprachigen Schrifttum auf dem Gebiet der Anekdote wirkenden Kräfte in einem Sammelbuch aufzuzeigen, erschien in manchem Betracht von Wert. Er wurde unternommen im vollen Bewußtsein seiner Schwierigkeit; hat sich doch die einst so klare Form der Anekdote dem großen Wandlungsvorgang der Zeit nicht entziehen können. Daß solche Wandlung große Gebiete des Stofflichen umfaßt, wird man als eine aus verändertem Zeitbild organisch erwachsene Ausweitung würdigen und begrüßen; daß aber die Bestimmtheit der Form sich verwischte und heute so manches als Anekdote ohne Recht sich ausgibt, -- das scheint eine Abgrenzung der Anekdote gegen andere Kunstformen nötig zu machen. Es sei versucht, von der Kennzeichnung ihres Wesens zu ihrer Wertung vorzudringen. Die Anekdote ist die gedrängte, unbedingt in sich gerundete Darstellung eines Vorganges von irgendwie kennzeichnender Bedeutung, -- gleichgültig, ob kennzeichnend für eine bekannte Persönlichkeit, für einen Einzelmenschen, einen Menschentypus oder nur als Vorgang an sich. Sie ist nicht Ausmalung, Betrachtung, Stimmung, sondern Leben, Bewegung, Handlung. Das umrankende Beiwerk darf, sparsam verwandt, nicht die klaren, sicheren Linien des fortschreitenden Geschehens überwuchern; es darf nur dazu dienen, die plastische Wesenheit der Handlung zu erhöhen, die Farben mit lebendiger Leuchtkraft zu untermalen. Alles dient nur der Weiterführung des Geschehens, dem fortschreitenden Vordringen zu Wesen und Sinn; alles steht für sich selbst ohne breite, nachdenkliche Erläuterung da, die Klarheit bedarf keiner Erklärung und Erklügelung. Die Anekdote ist ein unbestechlicher _Spiegel_ des Lebendigen; darum habe ich dieses Buch »Der Spiegel« benannt. Wie ein Spiegel dem Betrachter einen fest...

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This book is a bit of a mystery itself. Compiled by Karl Lerbs, it's a gathering of anecdotes from various contemporary German writers and journalists, all linked to the influential news magazine Der Spiegel. There's no single plot, but a series of vignettes—short, punchy stories that feel like you're overhearing fascinating gossip in a smoky 1960s newsroom.

The Story

Don't expect a linear narrative. Instead, you get a mosaic of moments. One writer might recount a bizarre interview with a reclusive politician. Another shares the chaos of a last-minute deadline. You'll read about editorial clashes, accidental scoops, and the strange, everyday humor found in the serious business of reporting the news. It paints a picture of Germany from the 1950s onward, not through dry analysis, but through these lived, often messy, experiences.

Why You Should Read It

I loved this because it feels authentic. The stories are unpolished and human. You see the personalities behind the bylines—their frustrations, their cynicism, and their occasional triumphs. It captures a specific cultural moment where journalism held immense power. It's not about glorifying the past, but about showing the grit and wit it took to document a country in flux. You finish it feeling like you've shared a drink with a seasoned reporter who's finally telling you the good stuff.

Final Verdict

Perfect for anyone who enjoys narrative nonfiction, modern European history, or just a really good story. It's a great pick if you find standard history texts a bit dull; this brings the era to life with personality and wit. You don't need to be a Der Spiegel expert—you just need a curiosity about the stories behind the story.



🔖 Public Domain Content

This digital edition is based on a public domain text. Distribute this work to help spread literacy.

Steven Thomas
4 months ago

From the very first page, the narrative structure is incredibly compelling. Truly inspiring.

Emily Wilson
1 year ago

Not bad at all.

Anthony Lopez
4 months ago

I was skeptical at first, but the character development leaves a lasting impact. Don't hesitate to start reading.

Kimberly Thompson
4 months ago

Loved it.

Margaret Moore
6 months ago

This is one of those stories where the pacing is just right, keeping you engaged. Thanks for sharing this review.

5
5 out of 5 (17 User reviews )

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