Der graue Alltag und sein Licht : Roman by Felicitas Rose

(21 User reviews)   8269
By Betty Young Posted on Dec 25, 2025
In Category - Online Safety
Rose, Felicitas, 1862-1938 Rose, Felicitas, 1862-1938
German
If you've ever felt like your life is stuck on repeat, this book will feel achingly familiar. Set in late 19th-century Germany, it follows the quiet, grinding existence of ordinary people. The 'grayness' isn't about a lack of color, but a lack of hope, a feeling of being trapped by duty and circumstance. But here's the hook: the title promises 'light.' The real mystery isn't some grand plot twist, but a simple, human question. In a life that feels so small and predetermined, where does that light come from? How do people find moments of meaning, connection, or joy when everything seems designed to stamp it out? This novel is a slow, beautiful search for an answer.
Share

Read "Der graue Alltag und sein Licht : Roman by Felicitas Rose" Online

This book is available in the public domain. Start reading the digital edition below.

START READING FULL BOOK
Instant Access    Mobile Friendly

Book Preview

A short preview of the book’s content is shown below to give you an idea of its style and themes.

Pfeiler an Silbers Hotel versteckt die Ankommende beobachten wollte. In diesen Vorbereitungen stöberte mich ein wunderliches Lebewesen auf, indem es mir einen riesengroßen, roten Regenschirm reichte, wie ihn die Bauern an Markttagen über sich spannen. Dazu schrie es mich an: »Was lungerst und kuckst du? Siehst du nicht, daß es regnet? Spann’ mir den Schirm auf, nimm mir einen Teil Sachen ab, und dann zeig’ mir das schöne, alte Erfurt.« Ihre durchdringenden, grauen Augen sahen mich so stolz und heischend an, daß ich, in altväterischem Gehorsam erzogen, keinen Widerspruch wagte, sondern das Schirmungetüm öffnete. – Darauf hing sie noch an meinen linken Arm ein Marktnetz, das mit einem Zeitungspapier ausgelegt war: »Nachrichten aus der Grafschaft Bentheim.« Bepackt war es mit Haar- und Kleiderbürsten, mit Kämmen, Zahnbürste, Seife und Schwämmen bis oben hin. Sie selbst trug eine große, mit roter Wolle gestickte Reisetasche, die den preußischen Adler in schwarzweißen Perlen zeigte. Auf der Rückseite war in gelber Seide riesengroß »~Bon voyage~« gestickt. So zogen wir durch Erfurt und hatten ein großes Gefolge hinter uns von Schuljugend und kopfschüttelnden und lachenden Müßiggängern. Ich kam aber gar nicht zum »Schenie«, wie der Erfurter sagt, denn meine Unbekannte erzählte so herrliche Geschichten von jedem alten Hause, von jeder lutherischen oder katholischen Kirche, daß ich ganz glückselig zuhörte und schließlich meinte, sie müsse ja wohl in Erfurt geboren sein, was denn auch der Wahrheit entsprach. »Vor 200 Jahren«, rief sie pfiffig. Und dann standen wir schließlich vor dem alten Kloster, darinnen mein Vater seine Amtswohnung hatte, und die alte Dame meinte, just dahinein wolle sie, und es schiene ihr beinahe, als sei ich ihr Patenkind Brigitte-Jesuliebe Lage. – Oben fanden wir Vater und Mutter und die alte Köchin recht mißmutig vor, da die Großtante nicht angekommen sei. [Illustration] »Lieber Herr Vetter, ich fahre nicht gern im Wagen rasch nach Hause, sondern mache in jeder Stadt gern einen kleinen Umweg zu Fuß«, bedeutete ihm damals der unverhoffte Gast. Der »kleine« Umweg hatte zwei und eine halbe Stunde gedauert, und ich hatte den Krampf in beiden Armen. Aber lustig war’s gewesen, und die alte Marie kochte frischen Kaffee, und die Thüringer »Kräpfel, Wuchteln und Maulschellen«, das Erfurter Eigengebäck, bildeten gleich das Abendbrot. Großtante Lage aß 15 Stück davon, nahm immer nach je dreien einen Löffel Bullrichsalz und ging dann gleich hochbefriedigt zu Bett. – Der rote Regenschirm von der Großtante ist schuld, daß ich Erbin des grauen Alltags bin. Mit dem roten Regenschirm hat sie alljährlich der Reihe nach ihre Neffen und Nichten erprobt, die weit näher als wir mit ihr verwandt waren. In Bayern, in Schlesien, in Pommern, in Württemberg und in Holland war sie, aber überall hatte sich die Jugend geweigert, mit ihr und dem Schirm durch die Straßen zu ziehen. Viel Grobheit und Verlachen und eitel schnippische Antworten sind ihr zuteil geworden; weiß nicht, welch guter Engel gerade damals über mir wildem, unbotmäßigem Ding gewacht hat, daß ich meine spottlustige Zunge im Zaume hielt. – So wurde es für mich wahrhaft eine »~bon voyage~«. Herzlieber, guter, alter Regenschirm, hab’ Dank! Du ließest mich einen Menschen finden und gabst mir eine Heimat! 2. Heute erhielt ich einen Brief von einem der übergangenen Erben. Er lebt in Holland in überreichen Verhältnissen und scheint glücklich zu sein, den grauen Alltag nicht geerbt zu haben. Er redet mich »Verehrte Regenschirmbase!« an, ist also auf dem laufenden. – Von Herzen wünscht er mir Glück zu der Erbschaft, teilt mir mit, daß er nur noch von zwei _alten_ Lages wüßte, einem Spitalweibchen Fernande Lage, die bei Minden wohne, und einem Matthias Lage aus Paderborn, beide in kümmerlichen Verhältnissen. Er, der...

This is a limited preview. Download the book to read the full content.

I'll be honest, this isn't a book of high-speed chases or dramatic love affairs. 'Der graue Alltag und sein Licht' is a patient, intimate portrait of everyday life in a bygone era. We follow a cast of characters—shopkeepers, housewives, clerks—as they navigate the relentless rhythm of work, family obligation, and social expectation. Their struggles are quiet: making ends meet, caring for aging parents, longing for something they can't quite name. The 'gray everyday' is the weight of it all, the feeling that life is simply something to be endured.

The Story

The novel doesn't have a single protagonist. Instead, it weaves together several lives in a small community. We see the exhaustion of a mother managing a household, the quiet despair of a man in a job he hates, the stifled dreams of a young woman. The plot moves with the seasons and the days, focusing on small incidents: a shared moment of understanding between neighbors, a brief escape into nature, a remembered kindness. The central thread is the subtle, often overlooked search for those sparks—the 'light'—that make the gray bearable.

Why You Should Read It

Reading this felt like looking at an old, detailed photograph. Rose doesn't judge her characters; she observes them with incredible empathy. The power is in the details—the description of worn hands, the taste of simple food, the sound of a familiar street. It made me think deeply about my own routines and the small graces that get me through a tough week. It's a reminder that the search for meaning has always been part of the human condition, no matter the century.

Final Verdict

Perfect for readers who love character-driven stories and historical fiction that feels authentic, not flashy. If you enjoy authors who explore the interior lives of ordinary people (think a quieter, German counterpart to some of George Eliot's work), you'll find this deeply rewarding. It's a slow, reflective read best enjoyed with a cup of tea, for when you're in the mood to think about life's quiet moments.



📢 No Rights Reserved

This title is part of the public domain archive. You do not need permission to reproduce this work.

Liam Martinez
1 year ago

Compatible with my e-reader, thanks.

Emily Anderson
4 months ago

High quality edition, very readable.

Carol Johnson
1 year ago

Not bad at all.

Lisa Rodriguez
8 months ago

Comprehensive and well-researched.

Lucas Harris
1 year ago

Based on the summary, I decided to read it and the character development leaves a lasting impact. Truly inspiring.

5
5 out of 5 (21 User reviews )

Add a Review

Your Rating *
There are no comments for this eBook.
You must log in to post a comment.
Log in


Related eBooks